
Tomaten stammen ursprünglich aus Süd- und Mittelamerika und wurden Anfang des 16. Jahrhunderts nach Europa gebracht. Allerdings gibt es auch viele Wildformen aus anderen Regionen der Welt, die teilweise nach ihrer Entdeckung weiter gezüchtet wurden oder heute noch in ihrer Ursprungsform vorliegen.
Tatsächlich galt die Tomate in Europa 250 Jahre lang als giftig. Sie wurde rein zu dekorativen Zwecken angebaut, etwa in Parkananlagen oder Lustgärten.
Mitte des 16. Jahrhundert soll es gerade mal vier Tomatenbesitzer in ganz Deutschland gegeben haben. Meist waren dies Botaniker oder Apotheker.
Der Adel begann sich nun ebenfalls für diese exotischen Früchte zu interessieren, auch hier vorerst nur zu dekorativen Zwecken.
Die Tomaten galten als Paradiesfrüchte oder auch „Paradeiser“, wie sie auch heute noch – etwa in Österreich – bezeichnet werden.
Selbst um 1760 wurde in einem Katalog einer Pariser Samengärtnerei noch vor deren Giftigkeit gewarnt.
Sechs Jahre später wurde die Tomate endlich befreit und wurde erstmalig als essbare Gemüsepflanze angeboten. Nach anfänglichem Zögern wurde diese von der Bevölkerung zunehmend als Nahrungsmittel kultiviert und es kam zu immer neuen Züchtungen.
Heute sind rund 3000 verschiedene Tomatensorten bekannt. Nachdem 1876 von Henry John Heinz das „Ketchup“ erfunden wurde und 1889 auch noch die Pizza Margherita war das Eis gebrochen. Die Tomate eroberte nun die ganze Welt.
Im Jahre 2023 brach die Tomatenvielfalt auch im Südthüringischen Hildburghausen das Eis.
Das „alte Pfarrhaus Eicha“ bietet seitdem rund 100 verschiedene Sorten der Paradiesäpfel an, darunter viele alte und seltene Raritäten. Wöchentlich finden sich nun Tomatenliebhaber in der Innenstadt ein.
Nun, eh wir noch weiter ausschweifen und versuchen Geschichte zu schreiben, machen wir es lieber kurz: Nun ist es soweit, die wöchentlichen Marktstände beginnen. Immer donnerstags wird vor „Erlesenes“ wieder eine Vielfalt an alten und seltenen Gemüsesorten angeboten.
