Vorbeugende Maßnahmen gegen Kraut- und Braunfäule bei Tomaten

Die Kraut und- Braunfäule ( Phytophthora infestans ) ist ein Pilz, der Tomaten befällt und deren Sporen sich über den Boden und die Luft übertragen. Ein Befall kann innerhalb kurzer Zeit ganze Bestände an Tomaten vernichten.
Es gibt allerdings einige Möglichkeiten, den Befall vorzubeugen, zu stoppen oder zumindest im Griff zu behalten.
Am Wichtigsten ist wohl eine gute Durchlüftung im Tomatenbestand. Die Tomaten müssen weit genug auseinander stehen um genügend Sonne und Luft abzubekommen und schnell abzutrocknen. Umso üppiger die jeweilige Tomatensorte wächst oder umso mehr Triebe man ziehen will, desto weiter sollte der Pflanzabstand sein. Auch Ausgeizen und Auslichten der Triebe kann eine sinnvolle Maßnahme sein um eine schnellere Abtrocknung zu erreichen.

Auslichten sollte man nur bei trockenem Wetter, damit die Wunden an den Pflanzen schnell abtrocknen und verheilen und nicht zur Eintrittspforte für den Pilz werden.
Sinnvoll ist es auch, die Tomaten so zu pflanzen, dass sie Morgensonne abbekommen, damit sie nach Tagesanbruch möglichst schnell von der Nachtfeuchtigkeit abtrocknen.
Die Pflanzen sollten immer vorsichtig von unten gegossen werden, sodass kein Wasser an die Blätter gelangt und keine feuchte Erde an die Blätter spritzt. Dies lässt sich auch gut durch „Mulchen“ also eine Bedeckung des Bodens verhindern.
Kartoffeln sollten auf keinen Fall in der Nähe angebaut werden, sie gehören ebenfalls zu den Nachtschattengewächsen und sind ebenfalls anfällig für die Kraut- und Braunfäule und können die Tomaten anstecken.

Wenn die Tomaten die ersten Anzeichen eines Befalls zeigen, gilt es schnell zu handeln.
Meist werden zuerst die Blätter befallen. Dies erkennt man an dunklen Flecken, die meistens von der Blattspitze oder den Rändern ausgehen und von dort ins Innere wandern.
Die Blätter müssen umgehend entfernt werden um ein Übergreifen auf den Stengel zu vermeiden.
Wichtig dabei: Befallene Blätter am besten an Ort und Stelle luftdicht in eine Tüte verpacken und über den Müll entsorgen – und nicht auf den Kompost werfen.
Generell sollten die kranken Pflanzenteile nicht im Garten entsorgt werden, da sich die Erreger von dort aus weiter ausbreiten können – sowohl im eigenen Garten als auch in die umliegenden Gärten der Nachbarn.

Bei einer Pflanzung unter freiem Himmel sollten möglichst robuste Sorten gewählt werden.
Entsprechende Sorten, wie etwa „Primabella“ oder „Vivagrande“ haben wir in früheren Artikeln bereits genauer vorgestellt. Robuste Sorten können zwar auch befallen werden, allerdings schreitet der Befall dann nur langsam voran, sodass sich durch das entfernen der Blätter die Pflanze meistens noch retten lässt und sich noch genügend gesunde Früchte ernten lassen.

Außerdem gibt es noch ökologische Mittel, die man sowohl vorbeugend als auch bei einem bereits eingetreten Befall anwenden kann. Eine Möglichkeit ist, eine Jauche aus Ackerschachtelhalm herzustellen und die Pflanzen damit einzusprühen und zu gießen.
Auch eine Natronsprühung kann helfen. Diese sollte am Besten schon vorbeugend angewendet werden und kann alle paar Tage wiederholt werden. Dazu löst man etwa 10g Natron in einem Liter Wasser auf und sprüht damit die Pflanze ein.
Wichtig ist, dies nur bei trockener Witterung zu machen und nicht wenn die Pflanze bereits an Feuchtigkeit leidet. Auch kann man eine dickflüssige Paste aus Natron herstellen und damit betroffene Stellen am Stengel einschmieren. Betroffene Blätter sollten lieber gleich ganz entfernt werden.
Manche Gärtner haben auch gute Erfahrungen damit gemacht, die Pflanzen mit Salbeitee oder anderen Pflanzenextrakten einzusprühen oder zu gießen.
Hier gilt es im Garten zu experimentieren und zu beobachten, welches Mittel am Besten wirkt.
Je nach Tomatensorte, Standort der Pflanze und Stadium der Braunfäule lassen sich hier unterschiedliche Erfahrungen sammeln.

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